Kennengelernt habe ich Harry über meine Frau Margritta. Sie hatte ihn Anfang der 1980er Jahre auf dem Engelberg bei einem Eurythmiekurs kennengelernt. Er war ja immer schon neugierig und wollte Neues kennenlernen. So auch die Eurythmie ausprobieren. Wie fühlt sie sich an? Am Ende des Kurses stellte er jedoch fest, dass das nichts für ihn ist, und beendete diese Episode.
Um die Jahrtausendwende und in den Jahren danach haben Harry und ich uns immer wieder zum Wandern getroffen. Was heißt „immer wieder“? Manchmal war es nur einmal im Jahr, manchmal vier- oder fünfmal. Und doch entstand daraus eine tiefe Freundschaft – ich glaube, von beiden Seiten. Jede dieser Begegnungen war bereichernd: durch unsere Gespräche, den Austausch von Gedanken und Meinungen, aber auch durch die gemeinsame Freude an einem guten Essen.
Harry war ja außergewöhnlich hilfsbereit. Wenn er auf eine Frage von uns nicht sofort eine Antwort wusste, hat er sich darum gekümmert und ist später darauf zurückgekommen. Auf ihn war Verlass.
Auch beim Wandern habe ich mich immer auf ihn verlassen. Obwohl die Navigations-Apps immer besser wurden, hatte er stets seine Wanderkarte dabei. Und er kannte die Gegend so gut, dass ich seinen Wegweisungen blind vertraute. Nicht selten wusste er es besser als mein Navigationsprogramm.
Gerne kam Harry zum Grillen zu uns und fühlte sich in unserem Garten sehr wohl. Er liebte wie Margritta die Blumen und nahm bei jedem Besuch ein paar Blumentöpfchen mit.
Lieber Harry, nun kann ich nicht mehr mit Dir über unsere Sorgen und Nöte sprechen, mit Dir über Gott und die Welt diskutieren.
Ich werde Dich vermissen.
Wir werden Dich vermissen.